09.02.2008:   SC Preußen Münster - SG Wattenscheid 09 - 3 : 2 (2 : 1)

Preußen-Stadion, Münster

Tore: 1:0 Kara (4.), 1:1 Toku (27., Foulelfmeter), 2:1 Lauretta (29.),

3:1 Özkara (53., Foulelfmeter), 3:2 Merhi (88.)
 

Zuschauer: 2.661

     

Rund drei Wochen vor dem Start der Rückrunde in der Verbandsliga Westfalen und damit für die SGW durch den Verband mehr als unglücklich angesetzt, kam es im Viertelfinale des Westfalen-Pokal zu einer weiteren Auflage des Klassikers Preußen Münster - aktuell Tabellenführer in der Oberliga Westfalen -  gegen die SG Wattenscheid 09. Und so ging es am Samstag Nachmittag nach dezentem Vorglühen und Bundesliga Live mit dem FAW-Bus ab WAT-Rathaus auf Auswärtsfahrt...

Das Spiel: Dem Favoriten aus Münster gelang schon frühzeitig aus einer Standardsituation der Führungstreffer. Wer nun dachte, das Spiel würde den erwarteten Verlauf nehmen, sah sich getäuscht. Die SGW spielte von nun an munter mit und kam per Foulelfmeter in der 27. Minute zum verdienten Ausgleich. Allerdings erzielten die Hausherren postwendend die erneute Führung. Und als der Schiedsrichter noch vor der Pause einen Münsteraner nach Tätlichkeit des Feldes verwies, witterten viele der ca. 400 mitgereisten Wattenscheider Fans die Chance auf eine Sensation. Doch spätestens nach der ungerechtfertigten roten Karte für Yesilmen, der nach angeblichem Foulspiel am Sportskameraden Sowislo (dieser besass hinterher sogar noch die Kühnheit, obwohl er deutlich sichtbar in den Boden trat, zu behaupten am Knöchel getroffen worden zu sein) und dem daraus resultierenden Elfmeter war die Partie entschieden. Münster ging mit 3:1 in Führung und die besonderes hohlen frühpubertären Münsteraner Fans widmeten sich dem für Münster typischen Provozieren der Gäste. Der Anschlusstreffer der Wattenscheider kam zu spät und so wurde halt ohne Auswärtssieg gefeiert. Und - man sieht sich sicherlich bald wieder...

       

Das Preußenstadion an der Hammer Straße wurde 1924 erbaut und galt damals als eines der modernsten Stadien Deutschlands. Es hatte ein Fassungsvermögen von ca. 40.000 Zuschauern. Seit dem Zweiten Weltkrieg wurde das Stadion leider nur noch mehr als stiefmütterlich behandelt. Die Blocktrennung wurde eingeführt, das alte und überholte Flutlicht wurde 1991 durch ein modernes System ausgetauscht. Eine neue Lautsprecheranlage wurde installiert und im Sommer 2001 erhielt das Stadion seine ersten Sitzplatzschalen - die stammen aus dem ehemaligen Bestand der Leverkusener BayArena. Heute gehört es leider zu den marodesten Spielstätten in Deutschland. Daher wurde auch die  Zuschauerkapazität mit der Zeit immer mehr gesenkt, so dass diese heute bei nur noch 15.050 Zuschauern liegt (1562 Sitz- und 13.488 Stehplätze). Da man sich nach rund 20 Jahren intensiver Diskussionen von den Plänen eines kompletten Neubaus - dem so genannten Preußenpark - gänzlich verabschiedet hat, liegt die Priorität nun auf dem Umbau des alten Preußenstadions. Das Grobkonzept, das der Verein im September 2007 vorstellte, sieht als vorrangiges Ziel beim geplanten Umbau die vollständige Sanierung der Gegengeraden vor. Dort soll eine überdachte Tribüne entstehen. Vorzugsweise mit Sitzplätzen bestückt, soll damit auch das krasse Missverhältnis zwischen Steh- und Sitzplätzen im heutigen Preußenstadion verbessert werden. Noch ist allerdings nicht entschieden, in welchem Verhältnis Sitz- oder Stehplätze realisiert werden. Schwerpunkt der Überlegungen sind dabei mobile Stahlrohrtribünen wie sie derzeit auch in Cottbus, Kiel, Wiesbaden und anderen Städten existieren. Auch soll die Gegengerade über die heutige Laufbahn näher ans Spielfeld gerückt werden, um dem Ziel eines reinen Fußballstadions näher zu kommen. Weitere Vorhaben betreffen den Lärmschutz im Bereich der gesperrten Westkurve sowie die Renovierung der alten Haupttribüne. Warten wir ab, was sich dann tatsächlich in den nächsten Jahren tun wird.

 

Zurück