20.12.2009:   SC Rot-Weiß Oberhausen - DSC Arminia Bielefeld - 0 : 0

Stadion Niederrhein, Lindnerstraße 2-6, 46149 Oberhausen

Tore: Fehlanzeige

Zuschauer: 4.629

Food: Im Stadion fiel die Nahrungsaufnahme diesmal zu Gunsten des nachfolgenden Bummels über den Weihnachtsmarkt am CentrO aus. Ansonsten ist die Wurst hier aber immer hervorragend und auch die Fischbude vor der Haupttribüne macht einen guten Eindruck. Dafür war der hier ausgeschenkte Glühwein ein wenig zu fruchtig.

       

Nachdem die Christmas-Hopping Planung am Samstag vollends dem Wetter zum Opfer fiel, war die Freude groß, dass wenigstens diese für heute angesetzte Partie des 17. Spieltages in der 2. Bundesliga - trotz der äußerst widrigen Bedingungen - stattfand. Und so ging es kurz vor Mittag bei leichtem Schneetreiben mit öffentlichen Verkehrsmitteln von Essen nach Oberhausen. Hier hatte man gar nicht erst den Versuch unternommen, die verschneiten Stehränge in den Kurven zu räumen, sondern erlaubte den Zuschauern mit Stehplatztickets direkt, die Umläufe der beiden überdachten Tribünen zu nutzen. Allerdings musste der Sprecher – zur allgemeinen Erheiterung – bereits vor dem Spiel verkünden, dass die Toiletten auf der Gegentribüne eingefroren waren… Mit ausreichend Glühwein begaben wir uns dann auf unsere Plätze und der Spaß konnte bei knapp vier Grad unter Null beginnen.

Und den 4.629 Zuschauern wurde wirklich guter und unterhaltsamer Sport geboten! Sie sahen auf der ordentlich präparierten Piste Wintersport vom Feinsten und zwei Teams, die sich nichts schenkten. Fußballerische Akzente sah man zwar eher selten, die in Oberhausen gerne verwendete Bezeichnung Malocher war aber wieder einmal mehr als passend und so stand am Ende ein 0:0-Unentschieden, das für RWO aufgrund einer klasse kämpferischen Leistung gegen den Aufstiegs-Favoriten Arminia Bielefeld eigentlich zu wenig war. Trotzdem gelang es den Gastgebern mit diesem Punkt, die Distanz zum Tabellenende ausbauen und mit acht Zählern Abstand zum Relegationsrang 16 in die Winterpause zu gehen. Man of the Match war übrigens für mich eindeutig der Mann mit dem Laubbläser, der mit großem Einsatz, aber eigentlich chancenlos gegen den Schnee ankämpfte, um die Spielfeldmarkierungen frei zu halten.

       

Das Stadion Niederrhein wurde in den 20er Jahren im Zuge von Notstandsarbeiten erbaut und am 24. Mai 1926 eröffnet. Nach dem Krieg sollte die Arena ihren Erbauern und Erhaltern noch einige Kopfschmerzen bereiten: Die Bodensenkungen der angrenzenden Concordia-Kohlefelder waren falsch eingeschätzt worden und das Stadion geriet aus dem Gleichgewicht. 1949 drohte die Haupttribüne gar einzustürzen, so dass acht schwere Betonpfeiler errichtet werden mussten. Ein Jahr später wurde in der wackeligen Arena beim Spiel Kickers Offenbach gegen Preußen Dellbrück der bis heute gültige Zuschauerrekord von 44.631 Zuschauern aufgestellt. In den folgenden Jahren begann der Boden immer weiter einzusinken, das Grundwasser drückte mehr und mehr gegen die zwischen Emscher und Rhein-Herne-Kanal gelegene Anlage und der Höhenunterschied zwischen den beiden Toren stieg auf fast einen halben Meter an. Mitte 1968 rückten dann schließlich Pioniere an und glichen die Höhendifferenz aus. In den 90er Jahren wurden dann auch die Ränge modernisiert: Es entstand eine neue Haupttribüne, die Gegengerade mit Stadionuhr wurde überdacht und mit Sitzen ausgestattet, beide Kurven neu betoniert und die Anzeigetafel des alten Ulrich Haberland Stadions in Leverkusen installiert. Heute präsentiert sich das Stadion Niederrhein in einem ausgezeichneten Zustand, das Flutlicht hat seit Jahren mal wieder keine kaputten Strahler und im letzten Jahr erhielt die Anlage endlich auch eine Rasenheizung. Und zum 105. Geburtstag von RWO scheint nun auch die Umwandlung in eine reine Fußball-Arena immer näher zu rücken: Für rund 15 Millionen Euro soll aus dem Niederrheinstadion in den nächsten Jahren ein reines, 17.300 Zuschauer fassendes Fußballstadion entstehen, wobei der Verein selbst die kompletten Kosten übernehmen will. Die 7.800 Steh- und 9.500 Sitzplätze will man allesamt überdachen, außerdem sollen zwischen acht und zehn Logen gebaut werden. Dafür will man die neuen Stahlrohrtribünen hinter den Toren bis 7,5 Meter an das Spielfeld heran rücken. Die Tartanbahnen an den Längsseiten bleiben zwar zunächst bestehen, in einer zweiten Bauphase überlegt man jedoch, auch diese entfernen zu lassen. Zusätzlich soll hinter der Haupttribüne ein dreistöckiges, 80 Meter breites Gebäude entstehen, in dem nach der Fertigstellung der VIP-Bereich, die Spielerkabinen, der Fanshop sowie die Geschäftsstelle des Vereins untergebracht werden sollen.

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