19.05.2010: Rot-Weiss Essen - ETB Schwarz-Weiß Essen - 1 : 2 (1 : 2)

Georg-Melches-Stadion, Hafenstraße 97a, 45356 Essen

Tore: 1:0 Bednarski (3.), 2:0 Yilmaz (4.), 2:1 Wunderlich (43.)

Zuschauer: 10.409

Food: Bratwurst – geschmacklich gut wie immer...

       

Und täglich grüßt das Murmeltier: Zum dritten Mal in Folge stand Rot-Weiß Essen an diesem Abend im Finale des Niederrheinpokals - zudem noch in einem reinen Essener Endspiel gegen den NRW-Ligisten ETB Schwarz Weiß Essen (nebenbei das erste Pflichtspiel der beiden nach mehr als 10 Jahren). Mit dem Heimrecht und einer fünfstelligen Zuschauerzahl im Rücken sollte es dann mit dem Einzug in die erste DFB-Pokal-Hauptrunde und der Chance auf einen dicken Brocken an der Hafenstraße klappen. Doch wie schon im Vorjahr gegen den damaligen Verbandsligisten aus Speldorf ging man auch in diesem Jahr wieder leer aus. Denn am Ende verlor man gegen den Stadtrivalen nicht einmal unverdient mit 1:2. Und auch die Story des Spiels ist relativ schnell erzählt: Noch bevor die Hausherren überhaupt wach waren, stand es bereits 0:2 durch zwei schnelle Tore von Bednarski (3.) und Yilmaz (4.). Danach brauchte man bis zur 43. Minute, um überhaupt einen vernünftigen Spielzug zustande zu bringen und kam damit jedoch zumindest zum Anschlusstreffer. Nach dem Wechsel dann Spiel auf ein Tor, zahlreiche hochkarätige Chancen für RWE, doch allesamt wurden zum Teil fahrlässig versiebt. So stand am Ende wieder mal der Gegner feiernd auf dem Rasen an der Hafenstraße und freut sich auf die dicke Einnahme in der kommenden Saison.

Der Sportplatz an der Hafenstraße - das heutige Georg-Melches-Stadion - ist seit 1939 die Heimat von Rot-Weiss-Essen. Im Krieg fast vollständig zerstört, wurde das Stadion durch freiwillige Helfer mittels Schüppe und Hacke wieder hergestellt. 1956 erhielt es die erste Flutlichtanlage Deutschlands und die heute noch existierende Haupttribüne. Diese galt damals als eine der ersten modernen Tribünen in Europa und besaß in den 50er Jahren Vorbildcharakter für viele andere Stadien (nahezu komplett überdacht, mit Sauna und Fitnessbereich, Schwimmbad, medizinischer Abteilung etc.). 1964 wurde es dann nach Georg Melches, dem Mitgründer von Rot-Weiss Essen, benannt. Bis zur Saison 2008/09 fasste es 21.500 Zuschauer (4.000 überdachte Sitz- und 17.500 überdachte Stehplätze), die sich auf nur drei Tribünen verteilten, da die alte Westkurve – eigentlich die Heimat der Rot-Weiss-Fans - aufgrund von Baufälligkeit bereits in den 90ern abgerissen wurde. Am Samstag, den 8. August 2009 - kurz vor der anstehenden Kommunalwahl (ein Schelm, wer hier einen Zusammenhang vermutet) - gab Essens Oberbürgermeister Dr. Wolfgang Reiniger dann nach jahrelangem hin und her endlich den symbolischen „Anstoß zum Neubau“ eines neuen Fußball-Stadions. Gleichzeitig starteten die Arbeiten des ersten Bauabschnitts mit dem Abbruch von Teilen der Nordtribüne, eines Flutlichtmastes und dem Rückbau der Trainingsplätze. Danach war in einem zweiten Bauabschnitt der Neubau von Haupt-, Gegen-, Gasttribüne, Funktionsgebäude und Spielfeld des neuen Stadions neben dem bestehenden Stadion geplant. Doch dazu kam es allerdings wieder einmal nicht und so ruhen nun die Bauaktivitäten aufgrund der über die Stadt Essen von der Bezirksregierung verhängten Haushaltssperre. Und der Spielbetrieb in der Regionalliga muss mit den verbliebenen 2,5 Tribünen auf der bestehenden maroden Anlage weitergeführt werden. So kocht die Volksseele erneut – sicherlich zu Recht – und nicht wenige vermuten, dass sich an dem aktuellen Zustand auch auf absehbare Zeit nichts mehr ändern wird. Keine guten Aussichten für einen Verein, der vom Potential eigentlich mindestens in die zweite Liga gehört....

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