10.10.2010: Duisburger SV 1900 - SV Union Nettetal - 1 : 1 (1 : 1)

BSA an der Düsseldorfer Straße - Hauptplatz, Düsseldorfer Str. 590, 47055 Duisburg

Tore: 0:1 Jan Ballis (7.), 1:1 Dejan Lazovic (22.)

Zuschauer: 250

Food: Bratwurst – geschmacklich klasse, aber recht fettig...

       

Rund 250 Zuschauer sahen an diesem herrlichen Spätsommertag ein letztlich verdientes 1:1-Unentschieden zwischen dem Duisburger SV und dem SC Union Nettetal. Die Gäste verpassten somit am 9. Sieltag den Sprung an die Tabellenspitze der Landesliga Niederrhein 3, der DSV sammelt gegen einen der Titelfavoriten einen wertvollen Zähler im Kampf gegen den Abstieg. Und eigentlich war für die Duisburger sogar mehr drin: Trotz anfänglicher Überlegenheit und früher Führung der Gäste sowie einem eher überraschenden Ausgleich noch in der ersten Hälfte, bestimmte man die zweite Hälfte über weite Strecken und vergab in der letzten Minute fast schon fahrlässig die Riesenchance auf den Sieg, als man zweimal nicht das leere Tor traf und sich dabei selbst noch im Weg stand. Frei nach dem Motto – da hat man schon kein Glück und dann kommt auch noch Pech dazu...

       

Austragungsort der heutigen Partie ist der Hauptplatz (Stadion) der heute nur noch lapidar „Bezirkssportanlage an der Düsseldorfer Straße“ genannten Anlage. Dieser Platz bietet aber immerhin 4 Stufen auf beiden Längsseiten, Naturrasen, eine kleine Anzeigetafel, eine schicke neue Sprecherkabine sowie einige Sitzschalen aus dem ehemaligen Wedaustadion. Zusammen mit einem recht großen Vereinsheim und zwei weiteren Plätzen - einem Tennenplatz und einem sich aktuell im Bau befindlichen neuen Kunstrasenplatz - ist die Anlage die Heimat des DSV 1900 sowie des DJK Wanheimerort. Dass es sich hier um eine Anlage mit viel Tradition handelt, wird erst richtig klar, wenn man ein wenig in der Vergangenheit des Duisburger Fußballs stöbert. Denn unter dem Namen „Stadion an der Rheintörchenstraße“ war die heutige städtische Bezirkssportanlage lange Jahre die Heimspielstätte des Duisburger Spielvereins – einem der erfolgreichsten Vereine des frühen westdeutschen Fußballs und nicht zu verwechseln mit dem heutigen Gastgeber DSV 1900, der im Jahre 1900 als DSC 1900 gegründet wurde und erst 1969 seinen jetzigen Namen erhielt.

Ins Leben gerufen im Jahre 1900, war der Duisburger Spielverein erst am Duisburger Grunewald (ungefähr an der Stelle des heutigen alten Güterbahnhofs – durch das Love Parade-Unglück zu trauriger Berühmtheit gelangt) ansässig, musste aber im Zuge der Erweiterung des damaligen Bahnhofes weichen und erwarb als Ersatz im Jahre 1914 für 109.000 Reichsmark vom Grafen Spee ein Grundstück an der Düsseldorfer Chaussee. Dieser Grund wurde während des ersten Weltkrieges mit Hilfe russischer Kriegsgefangener zum Sportplatz ausgebaut und in den darauf folgenden Jahren um eine Tribüne und ein Clubhaus erweitert. Der Platz mit einem damaligen Fassungsvermögen von knapp 10.000 Zuschauern lag dabei um 90 Grad gedreht genau im Bereich des heutigen Hauptplatzes und des angehenden Kunstrasenfeldes. Bis zum Umzug ins Wedaustadion 1954 blieb der DSV der Spielstätte treu und trug seine Heimspiele in der Gauliga bzw. Bezirksliga und später in der Oberliga West dort aus, wobei der Zuschauerrekord mit 16.000 Besuchern wohl am 27.08.1950 - im Westschlager gegen Rot-Weiß Essen (0:1) - aufgestellt wurde. Der heute an der Bezirkssportanlage Düsseldorfer Straße ansässige DSV 1900 entstand dagegen erst im Jahre 1969 durch die Fusion der beiden benachbarten Traditionsvereine Duisburger SV und TuS Duisburg 48/99 und teilt sich seit seinem Umzug von der ehemaligen „Kampfbahn Waldfrieden“ die Spielstätte mit dem DJK Wanheimerort. Wann der Umbau auf zwei Felder in der Fläche des ehemaligen Stadions Rheintörchenstraße und das Entfernen der Laufbahn erfolgte, ist leider nicht bekannt.

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