05.02.2011: 1. FC Nürnberg - Bayer 04 Leverkusen - 1 : 0 (0 : 0)

easyCredit-Stadion, Max-Morlock-Platz 1, 90480 Nürnberg

Tore: 1:0 Christian Eigler (60.)

Zuschauer: 34.113

Food: Ein leckerer Dreier - 3 Nürnberger Rostbratwürstchen im Brötchen

     

Als kurz vor Weihnachten in einem bekannten Internet-Auktionshaus ein Roller aus der Nähe von Bamberg erstanden wurde, lief parallel zur Organisation des Transports auch die Planung eines verlängerten Wochenendes mit Sohni und dem Besuch eines Spiels beim Club in Nürnberg an. Schnell war der heutige Termin in trockenen Tüchern, die Tickets beim FCN geordert und ein günstiges Hotel gebucht. Und so ging es früh am Samstagmorgen die rund 500 Kilometer Richtung Nürnberg, unterwegs schnell den Roller eingesackt und pünktlich zum Anpfiff die Plätze im ehemaligen Frankenstadion eingenommen.

Hier sahen die knapp vierunddreißigtausend Zuschauer eine durchaus ansprechende Bundesligapartie zwischen dem FCN und den Gästen aus Leverkusen, an deren Ende die Clubberer mehr als verdient den Platz als Sieger verließen und für die Gäste eine Serie von immerhin zehn Auswärtsspielen ohne Niederlage zu Ende ging. Das Siegtor für die kämpferisch klar überlegenen Nürnberger gegen eine enttäuschende Bayer-Elf erzielte Christian Eigler in der 60. Minute mit sehenswertem Schuss aus knapp 20 Metern, der erst gegen den rechten Pfosten prallte und dann in den Maschen des Leverkusener Tores einschlug. Auch danach war ein Aufbäumen der Gäste nur bedingt zu erkennen und einziger wirklicher Aufreger war die Ampelkarte für den einzigen Torschützen des Tages, der nach wiederholtem Foulspiel als Erster unter die Dusche durfte.

       

Das heutige easyCredit-Stadion kann auf eine mehr als interessante Geschichte zurückblicken: In nur drei Jahren Bauzeit entstand das "Städtische Stadion" nach einem Entwurf des Architekten Otto Ernst Schweizer bis 1928 als Teil eines neu konzipierten Sport- und Freizeitparks südlich des Dutzendteichs. Das damalige Fassungsvermögen betrug bei der Eröffnung 50.000 Zuschauer. Während der NS-Reichsparteitage Schauplatz des Tages der Hitlerjugend und nach 1945 zunächst durch die US-Armee als Sportarena genutzt, ist es seit 1962 die Heimat des 1. FC Nürnberg und Austragungsort für Bundesligaspiele. Das Stadion erhielt in diesem Zusammenhang eine Flutlichtanlage und die Kapazität stieg durch zusätzliche Stahlrohrtribünen auf 56.500 Zuschauer. Ab 1987 folgte dann eine Generalsanierung und Renovierung. Ursprünglich war dabei eine Erhaltung der von 1928 stammenden Sitztribüne geplant, diese stürzte jedoch während der Bauarbeiten ein. So wurden nur die verbliebenen Teile der alten Tribüne - die Fassade im Bauhaus Stil und die markanten Seitenwände - in den Neubau integriert und erklären heute die beiden Lücken, die sich links und rechts der Haupttribüne auftun. Alle anderen Tribünen des Stadions wurden unter Beibehaltung der charakteristischen 8-eckigen Form der Arena neu erbaut. Das nun 53.000 Zuschauer fassende Stadion erhielt zugleich den Namen "Frankenstadion". Die letzten Umbaumaßnahmen erfolgten dann von 2002 bis 2005, um das Stadion für die FIFA WM 2006 herzurichten. Seitdem sind z.B. alle Schalensitze in rot gehalten und das Fassungsvermögen bei Ligaspielen beträgt nun 46.780 Plätze (38.980 Sitz- und 7.800 Stehplätze). Der 1. FC Nürnberg hat übrigens als erster Verein in der Bundesliga die Zuschauerblöcke im Stadion nach verdienten Spielern benannt. Große Infotafeln weisen in allen 35 Blöcken auf ihre berühmten Namensgeber hin. So trägt nun beispielsweise der Block 8 den Namen des großen "Max Morlock", der 1954 mit Deutschland Weltmeister wurde und mit dem FCN zwei Meistertitel holte.

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