08.04.2011: Rot-Weiss Essen - TSV Germania Windeck - 1 : 1 (1 : 1)

Georg-Melches-Stadion, Hafenstraße 97a, 45356 Essen

Tore: 1:0 Holger Lemke (7.), 1:1 Markus Kurth (23.)

Zuschauer: 10.386

Food: Heute wieder die klassische Bratwurst - gut, würzig und lecker

       

Eins gegen Zwei – das Topspiel der beiden dominierenden Teams in der NRW-Liga zog am 27. Spieltag noch mal die Massen ins Georg-Melches-Stadion. So sahen letztlich 10.386 Zuschauer bei herrlichem Frühlingswetter eine hochklassige Partie, die den Begriff Spitzenspiel tatsächlich auch verdient hatte. RWE ging bereits in der 7. Minute durch Holger Lemke mit 1:0 in Führung, ausgerechnet der Ex-Essener Markus Kurth markierte schon in der 23. Minute per Kopf den Ausgleich. Somit kann Rot-Weiß bereits in der kommenden Woche bei den Sportfreunden Siegen den Aufstieg klarmachen, Germania Windeck dürfte mit nun 15 Punkten Vorsprung vor dem Dritten Alemannia Aachen II und 16 Punkten auf Fortuna Köln der Aufstieg ebenfalls nicht mehr zu nehmen sein.

Der Sportplatz an der Hafenstraße - das heutige Georg-Melches-Stadion - ist seit 1939 die Heimat von Rot-Weiss Essen. Im Krieg fast vollständig zerstört, wurde das Stadion durch freiwillige Helfer mittels Schüppe und Hacke wieder hergestellt. 1956 erhielt es die erste Flutlichtanlage Deutschlands und die heute noch existierende Haupttribüne. Diese galt damals als eine der ersten modernen Tribünen in Europa und besaß in den 50er Jahren Vorbildcharakter für viele andere Stadien (nahezu komplett überdacht, mit Sauna und Fitnessbereich, Schwimmbad, medizinischer Abteilung etc.). 1964 wurde es dann nach Georg Melches, dem Mitgründer von Rot-Weiss Essen, benannt. Bis zur Saison 2008/09 fasste es 21.500 Zuschauer (4.000 überdachte Sitz- und 17.500 überdachte Stehplätze), die sich auf nur drei Tribünen verteilten, da die alte Westkurve – eigentlich die Heimat der Rot-Weiss-Fans - aufgrund von Baufälligkeit bereits in den 90ern abgerissen wurde. Am Samstag, den 8. August 2009 - kurz vor der anstehenden Kommunalwahl (ein Schelm, wer hier einen Zusammenhang vermutet) - gab Essens damaliger Oberbürgermeister Dr. Wolfgang Reiniger dann nach jahrelangem hin und her endlich den symbolischen „Anstoß zum Neubau“ eines neuen Fußball-Stadions. Gleichzeitig starteten die Arbeiten des ersten Bauabschnitts mit dem Abbruch von Teilen der Nordtribüne, eines Flutlichtmastes und dem Rückbau der Trainingsplätze. Danach war in einem zweiten Bauabschnitt der Neubau von Haupt-, Gegen-, Gasttribüne, Funktionsgebäude und Spielfeld des neuen Stadions neben dem bestehenden Stadion geplant. Doch dazu kam es allerdings wieder einmal nicht und so ruhten die Bauaktivitäten aufgrund einer von der Bezirksregierung über die Stadt Essen verhängten Haushaltssperre. Der Spielbetrieb in der Regionalliga musste mit den verbliebenen 2,5 Tribünen auf der bestehenden maroden Anlage weitergeführt werden, die Volksseele kochte und nicht wenige vermuteten, dass sich dieser Zustand auch auf absehbare Zeit nicht mehr ändern würde. Besonders nach der Insolvenz und dem damit verbundenen Zwangsabstieg in die NRW-Liga am Ende der Saison 2009/10. Dank eines 110-Millionen-Euro-Sparpakets hat die Stadt von der Bezirksregierung Ende August 2010 jedoch wieder grünes Licht zur eigenständigen Aufnahme von Krediten bekommen und am 26. Oktober erteilte der Rat mit großer Mehrheit den endgültigen Segen – es geht los! In rund 30 Monaten Bauzeit soll nun endlich die 20.000 Zuschauer fassende Arena bis zur Saison 2012/2013 entstehen. Mit den Arbeiten an der Entwässerung ging es bereits zum Ende des letzten Jahres los, danach folgte der Bau der Zufahrt und der Startschuss für den Hochbau soll nun in der kommenden Woche erfolgen.

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