08.06.2011: SV Viktoria 01 Aschaffenburg – VfB Gießen 1900 - 5 : 1 (2 : 0)

Stadion am Schönbusch, Darmstädter Straße 50, 63743 Aschaffenburg

Tore: 1:0 Bysterk (24.), 2:0 Fiordellisi (45.), 3:0 Di Maria (53.), 4:0 Fiordellisi (57.),
4:1 Schmidt (64.), 5:1 Bachmann (71.)

Zuschauer: 500

Food: Sehr bekömmliche Rindwurst, die höchstens ein wenig größer hätte sein können...

       

Heute bot der letzte Spieltag der Relegation zur Hessenliga eine mehr als interessante Konstellation und ein Fernduell gleich dreier Teams: Dem KSV Hessen Kassel II würde beim RSV Würges bereits ein Remis zum Aufstieg reichen, denn man führt die Tabelle mit sechs Zählern vor Viktoria Aschaffenburg und Würges (mit je 3 Punkten) sowie dem noch punktlosen VfB Gießen an. Auf einen KSV-Patzer setzt dagegen die Viktoria aus Aschaffenburg, die mit einem klaren Sieg gegen Gießen den KSV noch abfangen könnte. Zudem hatte auch noch der Fünfzehnte der Hessenliga aus Würges eine kleine Chance. Dazu musste man aber den KSV hoch schlagen und zugleich auf eine Pleite der Viktoria hoffen. So war die Frage aller Fragen: Quo Vadis oder wo gehsse? Nach Würges oder Aschaffenburg? Die Wahl fiel letztlich auf Aschaffenburg und dies sollte sich auch als goldrichtig erweisen! Denn am Ende schlug der RSV Würges tatsächlich den KSV Hessen-Kassel II deutlich mit 4:0 und Viktoria Aschaffenburg stieg – Dank eines verdienten 5:1-Erfolgs gegen den VfB Gießen - in die Hessenliga auf. Und das vollkommen zu Recht, denn in einem sehr einseitigen Spiel ließ man die Gäste von Beginn an schlecht aussehen, führte zur Pause bereits mit 2:0 und legte mit drei weiteren Toren in der zweiten Hälfte den Grundstein zum umjubelten Aufstieg. Die Viktoria ist somit nach nur einem Jahr in der Verbandsliga zurück in der Hessenliga. Glückwunsch!

       

Das Stadion am Schönbusch wurde bereits im Jahre 1909 errichtet, hat seitdem Spiele in den unterschiedlichsten deutschen Ligen (von der damaligen Oberliga Süd über die 2. Bundesliga bis runter in die Landesliga) gesehen und gehört somit zu den ältesten und traditionsreichsten Spielstätten im deutschen Fußball. Aktuell fasst es rund 8.000 Zuschauer, die sich auf die überdachte Haupttribüne aus Stahlrohr (ca. 1.100 Plätze), zwei überdachte Tribünen hinter einem Tor (ca. 800 Plätze) sowie die Stehränge der Gegengeraden und der zweiten Torseite verteilen. Die etwas merkwürdige Anordnung der Tribünen lässt sich übrigens durch ein Kuriosum der besonderen Art erklären: Als man im Jahre 1993 über die Errichtung einer Flutlichtanlage nachdachte, stellte man fest, dass die Masten die Sichtachse zwischen dem Aschaffenburger Schloss Johannisburg und dem Gartenschloss Schönbusch beeinträchtigt hätten. Da dies gegen die bayerische Schlösser- und Seen-Verordnung verstoßen hätte, wurde das Spielfeld kurzerhand um 90 Grad gedreht, wodurch gleichzeitig die alte zweiteilige Haupttribüne (erbaut in den Jahren 1958 und 1985) zur Hintertortribüne wurde. Zudem blieb die freie Längsseite für mehrere Jahre – bis zum Bau der neuen Stahlrohrtribüne im Jahre 1999 - komplett verwaist. Darüber hinaus entstanden zwar seitdem auch zwölf neue Kassenhäuschen, drei Gebäude mit Toiletten und Verpflegungsständen sowie eine zweizeilige Anzeigetafel, aber auf die Flutlichtanlage wartet man bis heute. Der Zuschauerrekord des Stadions am Schönbusch - wohl für die Ewigkeit - wurde übrigens im Jahre 1951 gegen den 1. FC Nürnberg aufgestellt, als der Ticketverkauf nach 18.000 Karten eingestellt werden musste.

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