30.07.2011: SC Rot-Weiß Oberhausen - FC Augsburg - 1 : 2 (1 : 1, 1 : 1) n.V.

Stadion Niederrhein, Lindnerstraße 2-6, 46149 Oberhausen

Tore: 1:0 Kullmann (24.), 1:1 Verhaegh (31.), 1:2 de Roeck (120.)

Zuschauer: 3.786

Food: Bratwurst im Brötchen – mäßig im Geschmack und mit zuviel Gewürzen...

   

Nur knapp 15 Kilometer lagen an diesem Wochenende zwischen den beiden gewählten Partien in der ersten Runde des DFB-Pokals. Denn nach dem Besuch an der Essener Hafenstraße am Freitag ging es am Samstagabend weiter ins Niederrheinstadion nach Oberhausen. Hier empfing RWO vor nicht einmal viertausend Zuschauern den Erstliga-Aufsteiger FC Augsburg. Und wer dachte, dass es sich hier um eine klare Sache handeln würde, der sah sich getäuscht. Die Gäste wirkten nämlich über weite Strecken des Spiels müde und ideenlos, hatten aber Glück, dass die Gastgeber viele gute Chancen vergaben und zum Ende der Verlängerung einfach keine Kraft mehr hatten, um für eine Überraschung zu sorgen. Die Schwaben nutzten dies eiskalt aus und kamen durch de Roeck sozusagen mit dem Schlusspfiff noch zu einem mehr als schmeichelhaften 2:1-Sieg.

       

Das Stadion Niederrhein wurde in den 20er Jahren im Zuge von Notstandsarbeiten erbaut und am 24. Mai 1926 eröffnet. Nach dem Krieg sollte die Arena ihren Erbauern und Erhaltern dann allerdings einige Kopfschmerzen bereiten: Die Bodensenkungen der angrenzenden Concordia-Kohlefelder waren falsch eingeschätzt worden und das Stadion geriet aus dem Gleichgewicht. 1949 drohte die Haupttribüne gar einzustürzen, so dass acht schwere Betonpfeiler errichtet werden mussten. Ein Jahr später wurde in der wackeligen Arena beim Spiel Kickers Offenbach gegen Preußen Dellbrück der bis heute gültige Zuschauerrekord von 44.631 Zuschauern aufgestellt. In den folgenden Jahren begann der Boden immer weiter einzusinken, das Grundwasser drückte mehr und mehr gegen die zwischen Emscher und Rhein-Herne-Kanal gelegene Anlage und der Höhenunterschied zwischen den beiden Toren stieg auf fast einen halben Meter an. Mitte 1968 rückten dann schließlich Pioniere an und glichen die Höhendifferenz aus. In den 90er Jahren wurden dann auch die Ränge modernisiert: Es entstand eine neue Haupttribüne, die Gegengerade mit dem denkmalgeschützten Uhrenturm wurde überdacht und mit Sitzen ausgestattet, beide Kurven neu betoniert und die Anzeigetafel des alten Ulrich Haberland Stadions in Leverkusen installiert. Heute präsentiert sich das Stadion Niederrhein in einem recht guten Zustand, das Flutlicht hat seit Jahren mal wieder keine kaputten Strahler und 2008 erhielt die Anlage endlich auch eine Rasenheizung. Und zum 105. Geburtstag von RWO schien auch die Umwandlung in eine reine Fußball-Arena näher zu rücken. Für rund 15 Millionen Euro sollte aus dem Niederrheinstadion ein reines, 17.300 Zuschauer fassendes Fußballstadion entstehen, wobei der Verein selbst die kompletten Kosten übernehmen wollte. Die 7.800 Steh- und 9.500 Sitzplätze sollten allesamt überdacht sein, außerdem waren acht bis zehn Logen geplant. Zusätzlich sollte hinter der Haupttribüne ein dreistöckiges, 80 Meter breites Gebäude entstehen, in dem nach der Fertigstellung der VIP-Bereich, die Spielerkabinen, der Fanshop sowie die Geschäftsstelle des Vereins untergebracht werden sollten. All dies ist mit dem Zweitliga-Abstieg jedoch in weite Ferne gerückt...

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