05.11.2011: DSC Arminia Bielefeld – Rot-Weiß Oberhausen - 3 : 0 (1 : 0)

SchücoArena ("Alm"), Melanchthonstraße 31a, 33615 Bielefeld

Tore: 1:0 J. Rahn (42.), 2:0 Klos (51.), 3:0 Riemer (76.)

Zuschauer: 8.648

Food: Bratwurst und Braten im Brötchen – beides durchaus empfehlenswert

     

Die Alm ruft! Beim Sohni schon länger auf der Wunschliste ging es heute in die nicht besonders einfallsreich, dafür aber umso lukrativer als „SchücoArena“ bezeichnete Heimspielstätte des DSC Arminia Bielefeld (DSC steht übrigens für „Deutscher Sportclub“). Dass es dabei schon wieder gegen RWO ging – eher ein Zufall. Beide Teams stehen bekanntlich aktuell da, wo sie auch schon im letzten Jahr standen – auf einem Abstiegsplatz. Nun allerdings eine Liga tiefer und mit der Gefahr dem, Profifußball vorläufig Lebe wohl zu sagen. Wobei zumindest die Tendenz der Arminia mit zwei Siegen nach einem katastrophalen Start eindeutig nach oben zeigt. Und daran sollte sich heute auch nichts ändern, denn in einem zu Beginn recht zerfahrenen Kellerduell hatte die Arminia letztlich das bessere Ende für sich. Ein Doppelschlag kurz vor und kurz nach der Pause bereitete dabei den Boden für den Bielefelder Heimsieg und sorgt gleichzeitig dafür, dass die Oberhausener auch unter dem neuen Coach Mario Basler in den Tiefen des Tabellenkellers hängen bleiben. Wenn da nicht in der Regionalliga West für die kommende Spielzeit mal wieder ein Rot-Weisses Revierderby seine Schatten voraus wirft...

       

Als die heutige „SchücoArena“ im Jahre 1926 als Sportplatz offiziell unter dem damaligen Namen „Alm“ errichtet wurde, hatte dieser mit einem richtigen Stadion recht wenig gemein. Denn erst im Jahre 1957 erhielt der Platz eine richtige Rasendecke sowie Stehtraversen und es dauerte bis zum Bundesligaaufstieg 1971, ehe auch eine erste Sitztribüne entstand. Ab 1978 war das Stadion dann an den drei anderen Seiten von Stahlrohrtribünen umbaut und fasste zusammen mit den 5.478 Sitzplätzen insgesamt 34.222 Zuschauer. Mit der Rückkehr der Arminia in die Bundesliga 1996 wurde das Stadion dann nach und nach renoviert und ausgebaut. Zunächst wurden die Nord- und die Westtribüne neu erbaut, im Jahre 1999 folgte dann der Neubau der Südtribüne, wodurch sich das Fassungsvermögen auf 26.601 Zuschauern änderte. In der letzten Ausbaustufe entstand auf der Gegengeraden ein absoluter Hingucker – die im Frühjahr 2008 fertiggestellte Haupttribüne, die die Arminia allerdings auch fast in den Ruin getrieben hätte. Diese bietet auf einem Ober- und einem Unterrang 6.722 Zuschauern Platz und ist als täglich nutzbares Geschäftshaus konzipiert. Daher bietet sie neben Logen und Gastronomiebereichen auch zahlreiche gewerbliche Einheiten. Glanzstück ist ohne Frage der über die gesamte Breite der Tribüne reichende Balkon mit seinen „SKY Offices“. Diese Büros sind in die frei tragende Dachkonstruktion integriert und bieten einen Blick einerseits auf das Spielfeld und andererseits in Richtung Innenstadt. Seit dem Abschluss der Bauarbeiten fasst die Heimat der Arminia nun 28.008 Zuschauer.

Über die Frage, wie es Mitte der 1920er Jahre zu dem für ein Stadion außergewöhnlichen Namen „Alm“ kam, kann heute nur noch spekuliert werden. Der Überlieferung nach soll sich ein damaliger Spieler der Arminia nach der Auswahl des Standorts an der Bielefelder Melanchthonstraße bei der Begutachtung der steinigen und holprigen Baustelle dahingehend geäußert haben, dass nur noch ein paar Kühe fehlten und man befände sich auf einer Alm. Humorvolle Zungen hingegen behaupten, dass das Stadion deshalb "Alm" hieße, weil es der höchstgelegene Bundesliga-Spielort sei - man bräuchte dort ein Jahr für den Aufstieg und ein Jahr für den Abstieg...

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