26.12.2011: Chelsea FC – Fulham FC – 1 : 1 (0 : 0)

Stamford Bridge, Fulham Road, London, SW6 1HS, England (UK)

Tore: 1:0 Mata (47.), 1:1 Dempsey (56.)

Zuschauer: 41.548

Food: Auf die Schnelle ein durchaus leckeres Hot-Dog aus dem Hause des deutschen
Fleischwarenunternehmens „Herta“ - krass…

       

Boxing Day! Schon seit Wochen ging es in der Firma, zuhause und auf Facebook fast nur noch um ein Thema - den Trip nach London als Abschluss eines geilen Jahres. Schon frühzeitig war dabei die Wahl auf die 13:00 Uhr-Partie der "Whites" beim großen Nachbarn Chelsea gefallen. Dazu gesellte sich dann nach intensiven Recherchen zu Hotel, Pubs und Transportmöglichkeiten die Partie des FC Brentford gegen den AFC Bournemouth um 15:00 Uhr. Und so ging es am Morgen des 26. Dezembers zu viert per Auto und Eurotunnel Richtung England. Ohne Probleme um 11 Uhr das Travelodge in Brentford (in Sichtweite des Griffin Parks gelegen) erreicht und eingecheckt, ging es direkt weiter zum Ticket Office der "Bees". Und da dies erst um 12:00 Uhr öffnen sollte, wurde zielstrebig der erste Pub (The Princess Royal) angesteuert. Nach Vorglühen und zwischenzeitlichem Abholen der Tickets ging es mit dem Taxi dann weiter zur Stamford Bridge und dem ersten Match des Tages. Allerdings wurde der Kick-Off knapp verpasst, da nicht nur das U-Bahn-Personal streikte, sondern dazu auch noch in Hammersmith eine der zentralen Kreuzungen gesperrt war. Bollocks!

Das Spiel ist da fast schneller erzählt: Chelsea fast die ganze Spieldauer überlegen, aber nur mit gerade einer handvoll guter Torchancen ging verdient durch Mata kurz nach dem Seitenwechsel in Führung. Wer dachte, dass dies nun mehr Ruhe ins Spiel der "Blues" bringen würde, sah sich getäuscht. Ganz im Gegenteil - auf einmal begannen die Gäste, ihre bis dahin defensive Spielweise aufzugeben und kamen prompt mit dem schönsten Angriff des Spiels zum Ausgleich durch den Amerikaner Clint Dempsey. Coolerweise auch noch direkt vor unserem Block. Und ab diesem Zeitpunkt ging es nicht nur auf dem Spielfeld hin und her, nun war auch Stimmung in der Bude. Zumindest von den knapp dreitausend Fulham-Fans, die nicht umsonst des Öfteren den Song "it's so quiet at the bridge" anstimmten (und das liegt nicht nur an den sogenannten VIP's). Mehr Stimmung wird es dagegen bei Chelsea wohl nun intern geben, denn nach dem dritten Remis in Folge, einer indiskutablen Leistung des vermeintlichen Superstars Fernando Torres und 12 Punkten Rückstand auf die beiden Teams aus Manchester ist der Meisterschaftszug definitiv abgefahren. Die Jungs vom Craven Cottage hingegen sammeln weiter fleißig Punkte und entfernen sich langsam vom Tabellenkeller. Kurz vor dem Schlusspfiff mussten wir dann leider die "Bridge" verlassen und begaben uns auf die Suche nach dem vorab georderten Taxi für den Transfer zurück Richtung Brentford...         

       

Die Stamford Bridge – ursprünglich als reines Leichtathletikstadion mit einem Fassungsvermögen von rund 100.000 Zuschauern ausgelegt – wurde im Jahre 1877 eröffnet und dient erst seit dem Jahre 1905 auch als Fußballstadion. Heute – nach zahlreichen Umbauten – bietet das Stadion insgesamt 42.055 Sitzplätze auf vier überdachten Tribünen: Die älteste Tribüne ist der 1974 fertig gestellte East Stand (10.925 Plätze), der bei seinem Bau die erste dreirangige Tribüne auf der Insel war. Ihm folgte erst 20 Jahre später der zweirangige North Stand (der heutige „Matthew Harding Stand“ mit 10.884 Plätzen) und 1996 die gegenüberliegende Südtribüne, das „Shed End“ mit 6.814 Plätzen (früher befanden sich hier die Stehplätze der Chelsea Fans, heute ist es die Tribüne der Gäste). Als letztes wurde 2001 der neue West Stand – ebenfalls eine dreistöckige Konstruktion - mit seinen 13.432 Plätzen in Betrieb genommen. Da im Zuge des Umbaus auch zwei Hotels, Apartments, Bars, Restaurants, der Chelsea Megastore und die Attraktion „Chelsea World of Sport“ mit in den Komplex integriert wurde, scheint ein weiterer Ausbau technisch sowie wirtschaftlich ausgeschlossen und so denkt man schon seit geraumer Zeit über Alternativen wie z.B. einen kompletten Neubau nach. Hier kämpft der Verein jedoch momentan mit einem erheblichen Dilemma. Da man im Jahre 1997 die Grundrechte des Stadions (Spielfeld & Vereinsname) an die „Chelsea Pitch Owners“ verkaufte, wäre vor einem Umzug der Rückkauf der Anteile notwendig. Auf der Hauptversammlung lehnte die CPO diesen Antrag aber ab. Man wird sehen, wie es hier in der nächsten Zukunft weiter geht...

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