05.02.2012: VfL Bochum 1848 - FC Hansa Rostock - 2 : 1 (1 : 0)

Rewirpower Stadion, Castroper Straße 145, 44791 Bochum

Tore: 1:0 Federico (19.), 1:1 Borg (63.), 2:1 Gelashvili (75.)

Zuschauer: 12.819

Food: Eine Bratwurst im Brötchen – geschmacklich o.k., aber manchmal dürfte es
doch auch etwas mehr sein...

     

Abstiegskampf in Bochum! Nicht wirklich neu, allerdings nun eine Klasse tiefer als üblicherweise. Nach dem Scheitern in der Relegation gegen Borussia Mönchengladbach, einer mehr als dürftigen Hinrunde mit Trainerwechsel, finanziellen Problemen und dem Verkauf des Leistungsträgers Chong Tese (zum 1. FC Köln) sowie Andreas Johansson und Matthias Ostrzolek steht für den VfL in der Rückrunde wohl eher Schadensbegrenzung auf dem Programm. Und da sollte der Tabellenletzte aus Rostock doch eigentlich genau der richtige Gegner sein, oder? Naja, wohl nicht ganz so einfach, wie manch Einer gedacht. Denn ein mäßiges Zweitliga-Match gewann der VfL am Ende doch eher glücklich mit 2:1. Bei klirrender Kälte sahen die gerade einmal knapp dreizehntausend Zuschauer in der ersten Hälfte eine Hansa, die eigentlich gar nicht stattfand und einen harmlosen VfL, der dies auch nicht zur Vorentscheidung nutzen konnte. So stand es zur Pause nur 1:0 für die Hausherren durch einen Treffer von Frederico, wobei Marek Mintal für die Rostocker sogar noch einen Elfmeter verschoss. Mit einer Leistungssteigerung im zweiten Durchgang verdienten sich die Gäste zwar den Ausgleich, mussten aber durch Bochums Neueinkauf Gelashvili doch noch den entscheidenden Treffer hinnehmen. Durch diesen Sieg setzt sich der VfL Bochum in der Tabelle endgültig Richtung Mittelfeld ab, die Hansa Kogge ist auf dem Meeresgrund angekommen.

       

Bereits 1921 errichteten Mitglieder des damaligen TuS Bochum 1848 an der Castroper Straße eine erste Fußballanlage, die mit einem Spiel des TuS gegen den Düsseldorfer SC 1899 eröffnet wurde. Wie viele andere Sportanlagen im Revier fiel aber auch diese den Zerstörungen des zweiten Weltkrieges zum Opfer und so wurde der bis dahin schlichte Fußballplatz ab 1945 als Fußball- und Leichtathletikstadion mit einer Sitzplatztribüne wieder aufgebaut. In den folgenden 34 Jahren erlebten Aktive und Fans im Stadion an der Castroper Straße den sportlichen Aufstieg des 1938 gegründeten VfL Bochum bis in die 1. Bundesliga. Mit dem Aufstieg wurde aber auch der Ruf laut, das inzwischen veraltete Stadion zu modernisieren. Und so entstand dann zwischen März 1976 und Juli 1979 das Bochumer „Ruhrstadion“ in seiner heutigen Form, eingeweiht am 21. Juli 1979 mit einem Spiel des VfL Bochum gegen die SG Wattenscheid 09. Aktuell verfügt es nur noch über 29.299 überdachte Plätze (13.125 Steh- und 16.174 Sitzplätze), obwohl die ursprüngliche Kapazität des Stadions ursprünglich sogar 49.522 Zuschauerplätze betrug. Allerdings verringerte sich die Kapazität durch zahlreiche Umbauten in den letzten Jahren mehr und mehr – so verschwanden erst die Stehplätze auf der Westtribüne und zuletzt musste der ehemalige Stehplatzbereich H2 dem "Bobbis Familienblock" weichen... Die letzten großen Baumaßnahmen war die Errichtung des sechsgeschossigen Stadioncenters 2003 und dessen Erweiterung zur FIFA Frauen-WM 2011. Diese recht gelungene Konstruktion bietet neben Räumen für Personal, Mannschaft und medizinische Versorgung auch Platz für rund 800 VIPs. Auf die "normalen" Fans warten im Erdgeschoss Gastronomie, Ticket-Service und der offizielle VfL-Fanshop. Den einfallsreichen Namen „rewirpowerSTADION“ trägt das ehemalige Ruhrstadion seit Beginn der Saison 06/07 – natürlich auch hier von der Fanszene heftig kritisiert.

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