22.02.2012: VfB Speldorf 1919 - DJK VfL Tönisberg - 2 : 1 (1 : 0)

Ruhrstadion, Friesenstraße 101, 45476 Mülheim an der Ruhr

Tore: 1:0 Christian Hinz (15.), 1:1 Francesco Reale (51., FE), 2:1 Christian Hinz (90.+3)

Zuschauer: 102

Food: Leckere, aber lauwarme Currywurst im Vereinsheim

       

Die Idee zum Besuch dieses Matches entstand im wahrsten Sinne des Wortes im „Vorbeifahren“. Auf der Rückfahrt mit dem ICE von Frankfurt sah ich nämlich das eingeschaltete Flutlicht des Mülheimer Ruhrstadions, ein kurzer Online-Blick in die Reviersport und schnell stand fest, wo es heute die Kombination von Abendessen & Fußball geben sollte. Die am Essener Hauptbahnhof wartende Madame war auch schnell überzeugt und so ging es mit dem Auto über die A40 Richtung Mülheim. Hier traf der VfB Speldorf im Niederrheinpokal auf den Landesligisten VfL Tönisberg, der zur Freude der Speldorfer (und zu unserem Glück) das Heimrecht mit dem zwei Klassen höher spielenden VfB getauscht hatte. Wer aber nun dachte, dass sich die Angelegenheit damit zu einer klaren Sache entwickeln würde, der sah sich getäuscht. Denn trotz einer frühen Führung für die Gastgeber gelang es den Tönisbergern, die Partie über die gesamte Spieldauer ausgeglichen zu gestalten. Zwischenzeitlich konnte man sogar durch einen von Francesco Reale verwandelten Handelfmeter (Dennis Hupperts war der Ball im Strafraum an die Hand gesprungen) ausgleichen, kassierte aber dennoch in der letzten Minute der Nachspielzeit den unverdienten zweiten Gegentreffer und kann sich nun den weiteren Pokalwettbewerb von der Couch anschauen. Für den VfB hingegen geht es nun im Viertelfinale gegen HÖNI bzw. den Niederrheinligisten SV Hönnepel-Niedermörmter...

Das Ruhrstadion im Stadtteil Styrum, direkt zwischen der A40 und den Bahngleisen Richtung Duisburg gelegen, ist auch heute noch Mülheims größter Sportplatz. Erbaut im Jahre 1925, besaß es bis in die siebziger Jahre hinein nur ein Rasenspielfeld mit Aschenbahn und umlaufenden Stehtraversen. Erst mit dem Erfolg des 1.FC Mülheim, der erst in der Regionalliga-West (1972-1974) und später in der zweiten Bundesliga-Nord (1974-1976) kurzzeitig für Aufmerksamkeit sorgte, änderte sich das Erscheinungsbild und die Anlage erhielt die noch heute existierende, überdachte Tribüne mit knapp 2.000 Sitzplätzen. Das Fassungsvermögen betrug zu dieser Zeit ungefähr 20.000 Plätze, ausverkauft war das Stadion allerdings nie (nicht mal in den damaligen Revierderbys gegen Rot-Weiß Oberhausen, Borussia Dortmund oder Wattenscheid 09). Nach dem genauso raschen Niedergang der Mülheimer wurde das Stadion dann kaum noch genutzt, drohte zu verfallen und wurde erst in den 90er Jahren teilweise saniert. Dabei wurden die Stehränge in den Kurven beseitigt und nur auf der Gegengeraden blieben einige Traversen erhalten. Heute fasst das Stadion rund 5.000 Zuschauer und ist seit der Saison 2010/11 - nach einem zwischenzeitlichen Gastspiel des nun aufgelösten Landesligisten Galatasaray Mülheim – die Heimat des VfB Speldorf, dem aktuell erfolgreichsten Club in der Ruhrstadt. Und für die NRW-Liga wurde sogar fleißig gewerkelt. So erhielt das Stadion nicht nur einen Gästeblock mit eigenem Zugang und neue Zäune, auch verschwand die Laufbahn, ein moderner Kunstrasen entstand anstelle des alten Naturrasens und seit Neuestem besitzt das Ruhrstadion sogar eine Flutlichtanlage.

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