04.03.2012: R. Stade Waremmien FC - R. Cité Sport Grâce-Hollogne - 1 : 0 (1 : 0)

Stade Edmond Leburton, Rue de Prés, 4300 Waremme (BE)

Tore: 1:0 Torschütze unbekannt (30.)

Zuschauer: 200

Food: In der nagelneuen Kantine gab es leider nur die gängigen Tütensuppen und recht trockene
Sandwiches. Daher wurde auf der Rückfahrt als erstes eine ordentliche Frituur angesteuert...

     

Belgien hat sicherlich weit mehr zu bieten als Pommes, Burger und Fußball, aber genau diese Kombination, in Verbindung mit einer äußerst interessanten und vielfältigen Stadionlandschaft macht den Unterschied. Und Belgien damit aktuell zu unserem Favoriten bei der Sonntagsplanung. Daher ging es auch heute wieder um die Mittagszeit rüber zu unseren Nachbarn – diesmal zu einem Match in der „1e Provinciale Luik“, also der obersten Amateurklasse im Kreis Lüttich (in etwa zu vergleichen mit unserer Verbandsliga). Aufmerksam auf den Austragungsort der heutigen Begegnung – das traditionsreiche Stade Edmond Leburton im kleinen Städtchen Waremme - wurden wir übrigens durch die belgische Groundhopping-Seite „De Helden van Leon“ (in Anspielung auf den 4:3-Sieg der belgischen Nationalmannschaft gegen Russland bei der WM in Mexiko 1986), die sich selbst als die belgische Variante der 11-Freunde bezeichnet (wer mehr darüber erfahren möchte - www.deheldenvanleon.be).

       

Passenderweise handelte es sich bei der heutigen Partie auch noch um das Topspiel, in dem der Tabellensechste aus Waremme den Tabellenführer Cité Sport Grâce-Hollogne zum Tanz empfing. Und die Erwartungen wurden tatsächlich auch erfüllt: In einem über weite Strecken rassigen Match (soweit man in dieser Liga davon sprechen kann) erwischten die Gastgeber den besseren Start, dominierten die erste Hälfte und gingen folgerichtig auch nach 30 Minuten mit 1:0 in Führung. Erst nach dem Wechsel fand der Tabellenführer aus Grâce-Hollogne besser ins Spiel, drückte mehr und mehr auf den Ausgleich, scheiterte aber immer wieder an der vielbeinigen Abwehr des Heimteams und stand daher am Ende auch mit leeren Händen da. Bei fünf Punkten Vorsprung auf den Tallenzweiten Stade Dison allerdings ohne direkte Auswirkung...

       

Das Stade Edmond Leburton war zu seinen besten Zeiten (immerhin war der Royal Stade Waremmien FC seit seiner Gründung im Jahre 1921 rund 65 Spielzeiten Mitglied der nationalen Ligen, davon sogar acht Jahre in der zweithöchsten Spielklasse) mit Sicherheit ein richtiger Hingucker. Denn bis vor wenigen Monaten besaß es neben der tollen alten Haupttribüne und der Gegengeraden auch eine ausgebaute Kurve mit immerhin zwölf Stufen, vier Flutlichtmasten aus Beton, eine urige Kantine, einen großzügigen Eingangsbereich mit mehreren Kassen, aber auch eine Laufbahn, die das Spielfeld von den Zuschauerrängen trennte. Leider verfiel die Anlage in den letzten Jahren immer mehr, so dass sich die Kommune zu einer umfangreichen Sanierung entschloss. Herausgekommen ist eine hervorragende Mischung aus Tradition und Moderne, die am 21. Januar diesen Jahres feierlich eingeweiht wurde und heute seine Heimspielpremiere erlebte. Haupttribüne und Gegengerade blieben erhalten, die Laufbahn und der Naturrasen verschwanden und an deren Stelle entstanden ein modernes Kunstrasenfeld und zusätzlich ein Kleinspielfeld. Weiterhin verschwand die alte Kantine, die gesamte Kurve wurde abgetragen, es entstand ein neues Funktionsgebäude und auch die Flutlichtanlage musste einer moderneren Variante weichen. Insgesamt ein äußerst gelungener Umbau, der die Stadt rund 2,5 Millionen Euro kostete und dem Club nun ganz neue Perspektiven bietet. Schade nur, dass auch der alte Eingangsbereich der Sanierung zum Opfer fiel...

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