10.04.2012: FC Vaduz – FC Triesenberg - 3 : 1 (1 : 1)

Rheinpark Stadion, Rheindamm, 9490 Vaduz (FL)

Tore: 0:1 Foser (3.), 1:1 Cecchini (36.), 2:1 Tripodi (76.), 3:1 Rafinha (90.)

Zuschauer: 375 (bei freiem Eintritt)

Food: Eine ebenso schmackhafte Malbuner Bratwurst wie am Vortag, hier allerdings mit Brötchen

     

Nach dem überraschend interessanten ersten Halbfinale des Liechtensteiner Cups war die Erwartungshaltung für das heutige zweite Spiel in Vaduz entsprechend hoch, wurde aber zumindest zuschauertechnisch nicht erfüllt. Denn im Nationalstadion des Fürstentums fanden sich nicht einmal vierhundert Zuschauer ein. Und das, obwohl man vorab extra noch mit freiem Eintritt geworben hatte (allerdings hat der FC Vaduz auch in der zweiten Schweizer Liga aktuell nur einen Schnitt von knapp 1.000 Zuschauern). Aber das Spiel war dafür umso interessanter. Denn hier schrammte der FC Vaduz gegen den krassen Außenseiter aus Triesenberg nur knapp an einer Blamage vorbei. Bereits in der 3. Minute gingen die Gäste durch Philipp Foser in Führung und ließen den FC Vaduz in der Folge mehr als eine halbe Stunde lang erfolglos anrennen. Erst ein Kopfballtreffer von Ramon Cecchini brachte in der 36. Minute den Ausgleich für die Gastgeber, die sich auch nach der Pause weiterhin schwer taten. Die Entscheidung fiel dann durch einen Kopfballtreffer von Tripodi nach 76 Spielminuten und einen direkt verwandelten Freistoß von Rafinha in der Schlussminute. Somit trifft der FC Vaduz am 16. Mai im Cupfinale auf den USV Eschen/Mauren und kann den Titel dann bereits zum 41. Mal gewinnen.

       

Das Rheinpark Stadion in Vaduz ist das einzige für internationale Spiele zugelassene Fußballstadion im Fürstentum Liechtenstein und dient nicht nur dem FC Vaduz als Heimspielstätte, sondern auch der Liechtensteiner Fußballnationalmannschaft als Nationalstadion. Eröffnet im Jahre 1998, liegt es unmittelbar am Rhein und damit nur einen Steinwurf entfernt von der Landesgrenze zur Schweiz. Bei der Eröffnung bot es insgesamt 4.500 Plätze auf zwei Tribünen, wurde aber im Jahre 2006 um die beiden Hintertortribünen erweitert und bietet nun 6.127 Sitzplätze bzw. 7.838 Plätze, wenn die beiden zuletzt errichteten Tribünen als Stehtribünen genutzt werden. Die größte der vier Tribünen ist die Haupttribüne mit insgesamt 2.684 Plätzen, alle vier Tribünen sind überdacht und nur die etwas kleinere Gegengerade kratzt ein wenig am harmonischen Gesamteindruck. Ein Flutlicht mit 1.200 Lux ist hier natürlich genauso vorhanden wie zwei kleine Anzeigetafeln an den Dächern hinter den Toren und diverse gastronomische Einrichtungen unter der Haupt- und der Nordtribüne. Insgesamt ein recht gelungener Neubau, der aber nur gelegentlich bei Spielen der Nationalmannschaft gut gefüllt ist.

Der Liechtensteiner Cup wird übrigens seit 1946 ausgetragen und berechtigt den Sieger, an der Qualifikation zur UEFA Europa League teilzunehmen. In den ersten sechs Spielzeiten konnte die Mannschaft des FC Triesen den Pokal fünf Mal gewinnen. Danach wurde der Liechtensteiner Cup bis Anfang der 1970er Jahre eindeutig durch den FC Vaduz beherrscht. Dieser konnte den Pokal von 1952 bis 1971 insgesamt 16 Mal gewinnen. Die Serie des FC Vaduz in dieser Zeit wurde lediglich durch den überraschenden Sieg des FC Schaan im Jahr 1955 und eine Reglementänderung von 1963 bis 1965, aufgrund derer der FC Vaduz nicht mehr teilnahmeberechtigt war, unterbrochen. Erst in den 70er und 80er Jahren änderte sich das Bild in der Siegerliste und mit dem FC Triesen, dem FC Balzers und dem USV Eschen-Mauren konnten auch wieder andere Vereine den Wettbewerb für sich entscheiden. Seit 1985 dominiert allerdings wieder der FC Vaduz den Wettbewerb, gewann diesen in dieser Zeit insgesamt 16 Mal und hat zudem auch seit 1998 nicht mehr verloren.

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