31.07.2012: SG Germania 1903 Wiesbaden – FSV 1917 Winkel - 3 : 3 (2 : 2)

Stadion an der Waldstraße, Teutonenstraße 1, 65187 Wiesbaden

Tore: 0:1 (25.), 1:1 (28.), 2:1 (31., HE), 2:2 (45.), 2:3 (52.), 3:3 (N/A)

Zuschauer: ca. 30

Food: Bombiger Salatteller mit Putenbrust auf der Terrasse des Clubhauses

     

Am heutigen Abend ging es mal wieder mit der S-Bahn von Frankfurt in die hessische Landeshauptstadt Wiesbaden – diesmal zum Stadion an der Waldstraße im westlichen Teil der Kernstadt. Auf dem Programm stand hier der freundschaftliche Vergleich des Kreisoberlisten Germania Wiesbaden mit dem Gruppenligisten FSV Winkel. Für die Hausherren – früher nach dem SV Wiesbaden die Nummer Zwei in der Stadt und immerhin in der Saison 1966/67 für ein Jahr in der Regionalliga Süd, der damaligen zweiten Spielklasse, vertreten - zugleich der letzte Test vor dem Saisonstart am kommenden Wochenende. Und die wenigen Zuschauer, die sich trotz freiem Eintritt und herrlichem Wetter auf den Rängen verloren, sahen dabei eine äußerst abwechslungsreiche Partie mit Chancen hüben wie drüben, insgesamt sechs Treffern und zwei Mannschaften, die sich auf Augenhöhe begegneten. Somit ging das Unentschieden letztlich auch vollkommen in Ordnung und gibt speziell den Hausherren Mut für die bevorstehende, schwere Saison, mit der man im Umfeld nach einer Vielzahl von Abgängen rechnet.

Kuriosum am Rande: Während des gesamten Spiels überflogen immer wieder grüne Papageien die Platzanlage. Auf Nachfrage in der Gaststätte erfuhr ich, dass es sich bei den Vögeln um Halsbandsittiche handelt, die in den 60er Jahren nach Deutschland eingeführt wurden. Der Legende nach soll ein schwerer Sturm die Ausbreitung von Papageien in der Region um Wiesbaden und Mainz ausgelöst haben, als ein entwurzelter Baum die Voliere eines Vogelhändlers zertrümmerte. Die tropischen Vögel überlebten nicht nur den deutschen Winter, sondern vermehrten sich rasant und so gibt es heute im nahe gelegenen Schlosspark Biebrich und entlang des Rheins diverse Kolonien.

       

Das Stadion an der Waldstraße ist bereits seit 1910 die Heimat der Germania und auch heute noch ein richtiger Hingucker. So besitzt es neben einer überdachten Sitztribüne mit Schalensitzen und den hohen Stehrängen auf der Gegengeraden auch noch ein schickes Vereinsheim mit Festsaal und Zuschauerterrasse. Der ursprüngliche Haupteingang an der Waldstraße (einer von mindestens vier ehemaligen Zugängen), mit seinem leicht untertriebenen Eingangsschild „Sportplatz Waldstrasse“ wird heute leider nicht mehr genutzt, dafür schaut man aber beim Zutritt über den am Hang liegenden Eingang an der Teutonenstraße sozusagen auf das Stadion hinunter. Die Kapazität der Anlage betrug übrigens in den goldenen Zeiten des Clubs rund 9.000 Zuschauer, weil man zum Zeitpunkt des Aufstiegs in die Regionalliga aber noch nicht über einen Rasenplatz verfügte, wurden die Spiele im Stadion an der Berliner Straße, der Heimat des Stadtrivalen SV Wiesbaden, ausgetragen.

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