18.12.2012: Offenbacher FC Kickers – Fortuna Düsseldorf - 2 : 0 (0 : 0)

Sparda-Bank-Hessen-Stadion, Bieberer Straße 282, 63071 Offenbach am Main

Tore: 1:0 Fetsch (76.), 2:0 Vogler (85.)

Zuschauer: 18.400 (ausverkauft)

Food: Heute mal wieder meinen absoluten Favoriten – die leckere Paprikawurst

     

Berlin, Berlin, wir fahren nach Berlin. Gerade kurz vor Weihnachten in den Achtelfinalspielen des DFB-Pokals gerne angestimmt. Aber diesmal hat mit den Offenbacher Kickers auch wieder ein Drittligist diese Runde überstanden und den Sprung in die Runde der letzten Acht geschafft. Durchaus bemerkenswert und erst recht, wenn man die aktuelle sportliche Lage der beiden heutigen Kontrahenten vor dem Match verglichen hatte: Auf der einen Seite die Kickers, finanziell angeschlagen und nach gutem Start inzwischen ins Mittelfeld der dritten Liga abgerutscht. Auf der anderen Seite die Gäste aus Düsseldorf, die sich als Erstliga-Aufsteiger in der Hinrunde beachtliche 21 Punkte erarbeiteten und wohl mit dem Abstieg nichts zu tun haben werden. Aber der Pokal hat bekanntlich seine eigenen Gesetze. Und so sahen die 18.400 Zuschauer am Bieberer Berg speziell in der zweiten Hälfte eine tolle Partie mit klaren Vorteilen für den Underdog, der nach zwei späten Toren auch vollkommen verdient eine über weite Strecken enttäuschende Fortuna aus dem Wettbewerb kegelt und nun weitere Einnahmen fest einplanen kann.

       

Das Stadion am Bieberer Berg, früher schon von Weitem an seiner imposanten, inzwischen leider abgebauten Zwei-Masten-Flutlichtanlage zu erkennen, wurde im Jahre 1921 anstelle des ehemaligen Exerzierplatzes auf der gleichnamigen Anhöhe errichtet. Die erste Haupttribüne aus Holz fasste damals 1.200 Zuschauer. Es dauerte allerdings noch bis 1949, ehe man den Schlackeplatz gegen den ersten Rasen tauschte und der eigentliche Ausbau zum Stadion begann: Im Jahre 1952 wurde gegenüber der alten Haupttribüne eine überdachte Stehtribüne, die im letzten Jahr abgerissene „Waldemar-Klein-Tribüne“, errichtet. Die erste Flutlichtanlage mit vier Masten wurde 1956 eingeweiht und bereits 1959 wieder demontiert. 1962 wurde die alte Holzkonstruktion durch eine neue Haupttribüne ersetzt, 1968 folgte der Bau einer Stahlrohrtribüne und der schon genannten Zwei-Masten-Flutlichtanlage. Es entstand dann 1973 als letztes der Neubau der Südosttribüne (auch als „Henninger-Tribüne“ bezeichnet). Trotz diverser kleinerer Umbau- und Sanierungsmaßnahmen in den Jahren danach betrug das Fassungsvermögen bis zum Februar 2011 rund 24.000 Plätze (6.500 überdachte Sitz-, 10.000 überdachte Steh-, sowie 7.500 nicht überdachte Stehplätze), wobei das DFB-Pokalspiel gegen den 1. FC Nürnberg im Januar 2011 die letzte volle „alte“ Hütte war. Ab März 2011 wurde nämlich fleißig gebaut und bis zur Sommerpause 2012 entstand im laufenden Spielbetrieb ein komplett neues Stadion – das „Sparda-Bank-Hessen-Stadion“. Es besitzt eine maximale Kapazität von 20.500 Plätzen (10.100 Steh- und rund 10.400 Sitzplätze), die sich auf vier Tribünen verteilen. Die Ecken sind offen, die OFC-Fans haben auch weiterhin ihre angestammten Stehplätze auf der Gegengeraden, der neuen „Waldemar-Klein-Tribüne“ und auch einer der beiden Flutlichtmasten, die legendären Block-Schilder, die Comicwand unter der Osttribüne und viele andere Memorabilien des alten Stadions sollen nach und nach in den Neubau integriert werden. Insgesamt eine durchaus gelungene Transformation der Tradition in die Moderne...

 Zurück