14.02.2015: KVK Wellen - KFCO Beerschot Wilrijk – 1 : 3 (0 : 1)

„Stayen“, Tiensesteenweg 223, 3800 Sint-Truiden (BE)

Tore: 0:1 Pietermaat (21.), 0:2 Muñoz Herrera (52.), 1:2 Van Caubergh (82.), 1:3 Ventôise (85.)

Zuschauer: 3.713

Food: Hier fand sich direkt gegenüber des „Stayen“ eine proppenvolle Frituur, bei der es sich aber scheinbar auch um einen Geheimtipp handelt. Denn die angebotenen Speisen erwiesen sich als absolut empfehlenswert.

 

     

Auferstanden aus Ruinen – so in etwas liest sich die Erfolgsgeschichte des KFCO Beerschot Wilrijk, dem Nachfolger des 2013 in Konkurs gegangenen Koninklijke Beerschot Antwerpen Club, besser bekannt als Beerschot AC. Denn binnen zwei Jahren hat der neue Club nicht nur den Sprung von der 1. Provinciale Antwerpen in die 4. Klasse geschafft, auch schickt man sich an, den direkten Durchmarsch in die dritte Liga zu vollziehen. Und im Gegensatz zu den Jahren vor dem Konkurs konnten auch viele Anhänger zurückgewonnen werden. So betrug der Schnitt bei Heimspielen in der ersten Saison über 7.000 Zuschauer und nicht selten begleiten mehr als tausend Fans das Team auch bei den Auswärtsspielen. So auch heute Abend beim Gastspiel des KFCO beim KVK Wellen, der kurzerhand ins rund 15 Kilometer entfernte Sint-Truiden auswich und wohl die größte Einnahme der Vereinsgeschichte generieren konnte.

Die drei Punkte nahm der unangefochtene Tabellenführer am Ende einer interessanten, aber einseitigen Partie dann allerdings zurück mit nach Antwerpen. Und dies vollkommen verdient, war man doch fast über die gesamte Spielzeit das dominierende Team und führte zwischenzeitlich auch vollkommen verdient mit 2:0. Zum Ende der Begegnung musste man jedoch nochmal einen Gang hochschalten, nachdem die Gastgeber durch den Anschlusstreffer wieder Hoffnung schöpften. Diese währte aber nur ganze drei Minuten, denn dann stellten die Gäste mit dem dritten Treffer den alten Abstand wieder her. Und da es nicht anzunehmen ist, dass sich an der lila Erfolgsstory in dieser Saison noch etwas ändern sollte – Glückwunsch zu kommenden Aufstieg und bis zur nächsten Saison in Liga 3!

       

Das „Stayen“ oder „Staaien“, eigentlich die Heimat des aktuellen Zweitligisten Koninklijke Sint Truidense Voetbalvereniging, wurde 1927 auf dem Gelände der Zuckerfabrik Mellaerts erbaut. Im 2. Weltkrieg bei einem Luftangriff vollständig zerstört, wurde es nach Kriegsende bis 1949 aber wieder aufgebaut und trug fortan bis zum Jahre 2009 den Namen „Gemeentelijk Stadion Staaien“. Aktuell bietet die, inzwischen zur Multifunktionsarena umgebaute Anlage, auf vier recht unterschiedlichen Tribünen insgesamt 14.600 Plätze. Besonders imposant und eine absolute Neuerung in der belgischen Stadionlandschaft ist dabei die erst im Jahre 2009 fertig gestellte neue Nordtribüne, die neben 1.856 VIP-Plätzen auch ein Hotel mit 55 Zimmern, ein Parkhaus, ein Cafe und den Fanshop des auch als „Kanaries“ bezeichneten Teams beherbergt. Ebenfalls relativ neu - genau genommen aus dem Jahre 2003 - ist die Osttribüne mit Ihren aktuell 5.030 überdachten Sitzplätzen. Dieser gegenüber befindet sich die nagelneue dreirangige Haupttribüne, die neben rund 2.700 Sitzplätzen auch 20 Logen und einen riesigen Business-Bereich bietet. Und auch die derzeitige Südtribüne - ein kleiner doppelstöckiger Bau mit Stehplätzen im Unter- und Sitzplätzen im Oberrang, den sich Heim- und Gästefans teilen - soll nach den Plänen des Vereins irgendwann einem Neubau weichen. Hier ist aber wohl noch offen, wie man das Problem mit der direkt hinter der alten Tribüne verlaufenden Bahntrasse löst. Nach Fertigstellung dieser vierten Seite würde das Fassungsvermögen des „Stayen“ auf 17.850 Plätze steigen. Eine kleine Anzeigetafel findet sich aktuell in einer der Ecken ebenfalls, verschwunden sind dafür leider inzwischen zwei der vier in der Saison 1981-’82 errichteten Flutlichtmasten - diese mussten dem Neubau der Nordtribüne weichen. Zur Saison 2011/12 wurde hier übrigens der Naturasen gegen einen ultramodernen Kunstrasen des Herstellers DOMO SPORTS GRASS ausgetauscht und auch die LED-Flutlichtanlage in den Dächern der neuen Tribünen ist „state of the art“. Alles in allem ein richtig tolles und stimmungsvolles Stadion, das den Namen „de Hel van Stayen“ nicht zu Unrecht trägt – auch heute noch...

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